Monat: September 2017

Im Rahmen der Produktentwicklung wird ein Bauteil oder ein Produkt gemäß einem Lastenheft oder einem Anforderungskatalog entwickelt und ausgelegt. Je komplexer die Anforderungen werden, desto schwieriger ist die gewünschte Funktionalität ohne weiteres zu garantieren. Um keine unzuverlässigen oder unbrauchbaren Produkte zu verkaufen werden diese Funktionalitäten im Rahmen des Entwicklungsprozess und der Produktfreigabe durch praktische Tests überprüft. In diesem Artikel möchte ich aufzeigen, warum diese Tests wichtig sind und nicht ignoriert werden können.

Wer definiert, wie und was getestet wird?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt auch von der Art des Projektes, sowie der Projektphase ab. Während der eigentlichen Produktentwicklung wird das Projektteam entscheiden, welche Tests sie für sinnvoll halten um die gewünschten Anforderungen zu bestätigen oder zu überprüfen. In den meisten Fällen lassen sich diese Tests strukturiert über eine FMEA (Failure Mode and Effects Analysis) oder durch die Methodik des “Requirement Engineering” erarbeiten und ableiten. Dies hat den Vorteil, dass die Abhängigkeiten von Fehlern oder Anforderungen erarbeitet werden können. Dies lässt sich dann im Test gut überprüfen. Bei den meisten Produktentstehungsprozessen sind beide Methoden integriert und dessen Nachweise werden für diverse Zulassungen benötigt. Gerade Anforderungskombinationen sind besonders interessant. Beispielsweise könnte gefordert sein, dass die Funktionalität unter hohen Temperaturen und in Kombination mit Vibration und Schock gewährleistet werden soll.

Ist die Entwicklung abgeschlossen wird das Projekt in die Freigabe-Phase gehoben. Im Gegensatz zu den entwicklungsbegleitenden Tests werden diese in den meisten Fällen durch die Qualitätsabteilung definiert und durchgeführt. Dies hat den Vorteil, dass diese die Arbeit der Kollegen aus der Entwicklung unvoreingenommen überprüfen können.

In Summe kann festgehalten werden, dass Tests während der Produktentwicklung essentiell und nicht wegzudenken sind. Vor allem wenn die Gesundheit, das Wohlbefinden oder das Leben davon abhängt. Oder würden Sie sich in ein Auto setzen, welches 250km/h fahren kann aber nie getestet wurde? Ich denke nicht.

Warum wird dann oft auf Tests verzichtet?

Obwohl Tests besonders wichtig sind, gibt es leider immer noch viel zu oft  Situationen, in denen Führungskräfte oder Projektverantwortliche diverse Tests streichen. Dies liegt nicht daran, dass diese kein Interesse am Wohlergehen anderer haben, sondern viel mehr das diese den Projekterfolg und den Business-Case im Blick haben. Diese Gruppen sind dazu verpflichtet dem Testen gewisse Leitplanken zu geben. Denn je aufwändiger der Test, desto höher die Kosten und länger die Durchführung. In dieser Rolle stellen diese kritische Fragen und bewerten stets die Kosten gegenüber den Nutzen um den Projekterfolg nicht zu gefährden. Die Projektverantwortlichen sitzen damit im gleichen Boot wie die Entwickler und müssen diese Entscheidungen treffen um sich dem Kosten- und Zeitdruck zu beugen.

Aus diesem Grund streichen Projektverantwortliche oft Tests aus dem Testplan heraus, da diese entweder zu teuer und/oder zu langwierig sind. Alternativ ist es gängige Praxis, diese besonders aufwändigen Tests in der Umsetzung zu reduzieren. So wird beispielsweise unter Raumtemperatur getestet und nicht unter maximaler Temperatur, da die Umsetzung deutlich preiswerter ist und die Durchführung nur einen Bruchteil in Anspruch nimmt. Das Risiko, dass damit Fehlerfälle unentdeckt bleiben ist groß, da beispielsweise Temperaturabhängige Effekte, wie eine Reduzierung der Haltekräfte von Klebstoffen, nicht berücksichtigt werden.

Hier kommt die Lösung….

Durch die Finite-Elemente-Methode ist es möglich virtuelle Tests durchzuführen, welche zwar zu Beginn einen umfangreichen Initialaufwand besitzen, aber im weiteren Projektverlauf oder in späteren Projekten von großem Nutzen sein können. Diese ermöglichen es praktische Tests durch virtuelle zu ergänzen, um so deutlich schneller Ergebnisse für beispielsweise kombinierte Lastfälle zu erhalten. Stellt man in diesen Analysen fest, dass gewisse Parameter keinen Einfluss auf die Funktionalität haben, so brauchen diese auch nicht im praktischem Test berücksichtigt werden. Auf diese Weise können Projekte im Zeitrahmen und innerhalb des Budgets durchgeführt werden ohne auf Informationen zu verzichten oder zusätzliches Risiko zu erhalten. Wie diese Methodik dies ermöglicht können Sie im Artikel Projektziele erreichen und Festigkeitsanalyse nachlesen.

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Mit freundlichen Grüßen

Marc Beha

 

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